
Gimsing Kirche - Struer
Die Gimsing Kirche ist nicht nur ein Bauwerk – sie ist ein Zeugnis von Glauben, Kunst und lokaler Geschichte über fast 900 Jahre. Ein Besuch hier ist eine Reise in die Erzählungen der Vergangenheit und die Gegenwart des Augenblicks.
Gimsing Kirche – Eine mittelalterliche Kirche mit Seele und Stil
Die Gimsing Kirche ist eine ungewöhnliche und stilvolle Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert, erbaut aus Granitquadern und mit einem Bleidach versehen. Sie besitzt keinen Turm und keine Choreinengung – eine atypische jütländische Kirche, die dennoch mit ihrer klaren Architektur im romanischen und Renaissance-Stil beeindruckt. Während die Romanik auf Taufe und Abendmahl verweist, steht die Renaissance für die Verkündigung des Evangeliums.
Geschichte und Bauweise
Ursprünglich hatte die Kirche eine Männertür im Süden und eine Frauentür im Norden. Die Männertür ist heute zugemauert, aber außen noch sichtbar.
In der Südwand ist ein mittelalterlicher Grabstein mit Kreuzrelief eingemauert – fast so alt wie die Kirche selbst.
Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche untypisch nach Osten verlängert, wobei der Altar versetzt wurde. Gleichzeitig wurde das Waffenhaus auf der Nordseite hinzugefügt.
Die Kirchenglocke aus dem 13. Jahrhundert gilt als die älteste noch regelmäßig geläutete Glocke Dänemarks und wurde in der Westwand platziert, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Ausstattung und Besitz
Die Kirche war lange im Besitz wechselnder Gutsherren von Quistrup, bis sie am 31. Juli 1914 in Gemeindebesitz überging. Besonders Ludvig Munk und Anne Hansdatter Lykke stifteten um 1600 zahlreiche Gegenstände:
Abendmahlskelch und Brotteller von 1631, gestiftet von Ingeborg Parsberg.
Silberkanne und Oblatendose von 1964, gestiftet vom Idagaardfonds.
Zwei Messingleuchter von 1584, gestiftet von Munk und Lykke.
Altarbild und Kunst
Das Altarbild im Renaissance-Stil stammt aus dem Jahr 1590 und wird Michel van Groeningen zugeschrieben.
Das Christusbild in der Mitte stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, flankiert von Vaterunser und Abendmahlsworten.
Oben befindet sich ein Gemälde von Christi Einzug in Jerusalem, gemalt von Niels Larsen im Jahr 1909.
Zwei geschnitzte Adelsdamen und vier Wappenschilder verweisen auf die Besitzer von Quistrup.
Kanzel und Bildkunst
Die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert ist ebenfalls im Renaissance-Stil. Die Bildfelder wurden 1988 von der Grafikerin Helle Thorborg neu gestaltet:
Gottes Hand und Schöpfung (Beginn des Regenbogens)
Verkündigung mit Elisabeth und Maria
Kreuzigung und Auferstehung
Pfingstwunder (nach Niels Larsen)
Ewiges Leben (Ende des Regenbogens)
Taufbecken und Licht
Das Taufbecken ist das älteste Inventar der Kirche, gefertigt aus norwegischem Speckstein in Kleeblattform.
Das Taufbecken stammt aus ca. 1600, die Kanne aus 1863.
Der siebenarmige Leuchter von 1940 wurde von Ingeborg Hvidberg gestiftet.
Musik und Innenraum
Die Empore stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1995 von Helle Thorborg mit Motiven aus dem Lied „Op al den ting som Gud har gjort“ bemalt.
Die Kirche erhielt 1925 ihre erste Orgel, die heutige stammt aus dem Jahr 1968.
Liedertafeln von 1890, Wandlampen von 1971 und die Deckenbeleuchtung sowie das Heizsystem wurden 2005 installiert.